Moin! Ich bin Kristin von der Regionalwert AG Bremen & Weser-Ems und dort tätig für das Modellregionenprojekt EAT – gemeinsam regional genießen. EAT – das steht für „Ernährung Außerhaus Transformieren“. Wir streben eine enge Zusammenarbeit diverser Akteur:innen aus der Region an, um weitere Schritte in Richtung Ernährungswende zu gehen.
Mit EAT wollen wir die Außer-Haus-Verpflegung (AHV) in unserer Region gesund, genussvoll und nachhaltig gestalten. Gleichzeitig wollen wir die regionale Landwirtschaft durch starke Partnerschaften zwischen Erzeugenden und Küchen zu stärken.
Dafür arbeiten wir in drei großen Bereichen:
- die professionelle Beratung von AHV Küchen und Caterern hinsichtlich einer Umstellung auf mehr regionale Produkte, einen höheren Einsatz von Bio-Produkten sowie dem Umsetzen der DGE-Qualitätsstandards,
- der Auf- und Ausbau von Wertschöpfungsketten und der nötigen Logistik sowie Zwischenverarbeitungsschritte – denn wenn mehr regionale (Bio-) Produkte in der AHV eingesetzt werden, kann diese sich zu einem sicheren Absatzmarkt für regionale (Bio-)Erzeuger:innen entwickeln und unsere regionale Landwirtschaft wird unterstützt und gestärkt
- sowie mein Arbeitsfeld: die die Koordination (und Durchführung) der Bildungs- und Informationsarbeit.
Foto: Kristin Laurenz. Bildungsangebote EAT Verbundprojekt. © Jörg Hemmen
Meine Aufgaben bei EAT
Ich sichte und koordiniere bestehende Info- und Bildungsangebote zu den Projektthemen Bio-Anbau, regionale Wertschöpfung, klimagesunde Ernährung und Lebensmittelverschwendung. Ich entwickle aber auch projekteigene Angebote:
So gebe ich z.B. mit Karl, dem immer hungrigen Krokodil, in Kindergärten und Grundschulen regelmäßig Workshops zu gesunder Ernährung mit anschließendem Schnippeln und Naschen von Gemüse und Obst.
Ein weiteres großes Projekt, an dem ich derzeit arbeite, ist die Entwicklung eines sogenannten Escape Games. Dabei handelt es sich um ein interaktives Spiel, bei dem Spieler:innen durch das Lösen von Rätseln, Aufgaben und Hinweisen innerhalb einer bestimmten Zeit ein Ziel erreichen. Escape Games funktionieren ähnlich wie die bekannten Escape Rooms: das Ziel ist es, den „Ausgang“ zu finden oder ein Geheimnisse zu lüften.
Escape Games fördern bei Kindern spielerisch die Teamarbeit, das logische Denken, die Kreativität sowie Problemlösungskompetenzen – und stärken zusätzlich die Motivation! Bei diesem Spiel wird der Fokus natürlich auf den Themen gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit liegen. Für die Entwicklung arbeiten wir bereits mit einer Firma für Spieleentwicklung zusammen. Mehr wird aber noch nicht verraten!
Damit der Start in den Tag möglichst gesund (aber auch lecker!) beginnt, sind in meinem Arbeitsprozess auch kleine Rezeptkarten mit frischen Ideen für den powervollen Morgen entstanden. Die Rezeptkarten werden künftig im Rahmen von Eltern-Informationsveranstaltungen zu gesunder Ernährung ausgeteilt. Wir wollen Familien damit auch ermöglichen, Ernährungsbildung zu Hause ganz easy und spielerisch umzusetzen. Hier eine kleine Auswahl der Designs:
Foto: Kristin Laurenz. Bildungsangebote EAT Verbundprojekt. Zu sehen mit „Karl dem Krokodil“ bei einem Ernährungsworkshop für Kinder (2026)
EAT & Regionalwert AG: Impact der bleibt
EAT ist eine enorme Bereicherung für die Region und für die Regionalwert AG gleichermaßen.
Es arbeitet gemäß der Prinzipien – regional – bio – fair – und wirkt in einem wechselseitigen Prozess: bereits bestehende Partnerbetriebe der Regionalwert AG erhalten Unterstützung darin, weitere Kooperationen mit festen Abnehmern ihrer Produkte aufzubauen. Damit können sie ihre Bedeutung für den regionalen Markt ins Bewusstsein der Bürger*innen anheben und neue Absatzmärkte erschließen. Wir als Regionalwert AG nutzen dafür unser etabliertes Netzwerk an Partnerbetrieben und unterstützen bei der Vernetzung. Die Außer-Haus-Verpflegung kann sich auf regionale Erzeuger:innen verlassen und so nicht nur ihr Angebot, sondern auch ihren Impact nachhaltiger gestalten. Dadurch kommen auch die Endverbraucher:innen noch öfter in den Genuss hochwertiger Produkte. Ob im Krankenhaus, Pflegeheim, Kaffeehaus oder Mensa. Weniger Anonymisierung, lange Transportwege und Pestizide, dafür mehr Handel in der Region.
Erste Erfolge lassen sich sehen: das Oldenburger Pius-Hospital bietet nun einmal wöchentlich einen Veggie-Tag in ihrem Restaurant an. Die Gäste sind so begeistert, dass der Veggie-Tag nun sogar der umsatzstärkste Wochentag geworden ist. Für uns ist das ein großer Durchbruch. Auch die Küche der Oldenburger Baumhaus GmbH hat die eat-Küchenberatung in Anspruch genommen. Im Zuge dessen beliefert unser Partnerbetrieb Hofgemeinschaft Grummersort nun die Baumhaus Küche. So geht Vernetzung!
Eine einzigartige Chance: und das komplett gefördert!
Bedeutsam am Konzept von EAT finde ich, dass es die Komplexität unserer Lebensmittelproduktion und Ernährung aufgreift. Denn unsere Lebensmittel, der regionale Handel, die Bevölkerung, Bildung und Gesundheit – das alles gehört zusammen! Anstatt einzelne Akteur:innen isoliert zu betrachten, setzen wir bei den Wechselwirkungen an. Meines Erachtens kann nur so nachhaltige Veränderung angestoßen werden.
Genau da setze ich auch mit meiner Bildungsarbeit an: Menschen allen Altersstufen und Lebenswelten diese Zusammenhänge zu vermitteln. Sie – auf Augenhöhe und ohne erhobenen Zeigefinger – erfahrbar und erlebbar zu machen. Ich finde es wichtig, dass ein Umdenken und Um-handeln in der breiten Masse ankommt, damit wirklich und langfristig Veränderung in Bewegung kommt! Ich freue mich, dass wir durch EAT die vielen wertvollen, bereits bestehenden Informations- und Bildungsangebote bekannter machen können. Gleichzeitig kann ich vielseitig, kreativ und zielgruppengerecht an nötigen Ergänzungen und Neuentwicklungen arbeiten und damit die Umsetzung der Projektziele voranbringen. Ein besoderer Dank gilt an der Stelle natürlich dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung & Heimat, das uns eine hundertprozentige finanzielle Projektförderung ermöglicht.
Die Hintergründe
EAT ist ein Verbundprojekt der Regionalwert AG Bremen & Weser-Ems, Stadt Oldenburg, Landkreise Oldenburg & Wesermarsch sowie des Ernährungsrat Oldenburg. Gemeinsam haben wir uns 2024 erfolgreich als eines der deutschen Modellregionenprojekte vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) durchgesetzt. Die Projektlaufzeit ist auf 3 Jahre bis zum Herbst 2027 festgesetzt. Das Projekt wird zu 100% finanziell durch das BMLEH gefördert.
Logo: Modellregionenwettbewerb
v.l. Jutta Benken (Landkreis Oldenburg)
Karin Janwlecke (Landkreis Wesermarsch)
Judith Busch (Ernährungsrat Oldenburg)
Kristin Laurenz (Regionalwert AG Bremen & Weser-Ems)
Nils Marscheider (Stadt Oldenburg)
Tina Wagner-Hinderlich (Ernährungsrat Oldenburg)
© EAT Verbundprojekt


